Omega-3 (DHA/EPA) und Gehirnfunktion: Was eine systematische Übersichtsarbeit zu 9 Studien ergab

Omega-3 (DHA/EPA) und Gehirnfunktion: Was eine systematische Übersichtsarbeit zu 9 Studien ergab

DHA macht mehr als 40 % der gesamten Omega-3-Fettsäuren im Nervengewebe aus und ist vor allem in der grauen Substanz konzentriert – es handelt sich dabei nicht um einen nebensächlichen, sondern um einen entscheidenden strukturellen Bestandteil. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022 in „Cureus“ fasste 9 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1.319 Teilnehmern zusammen, um gezielt zu untersuchen, wie sich eine Omega-3-Supplementierung in Form von DHA und EPA tatsächlich auf die Gehirnfunktion auswirkt.

Warum gerade DHA und EPA?

Von den drei wichtigsten Omega-3-Typen sind DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) für das Gehirn am wichtigsten – DHA allein macht etwa 40 % der gesamten Omega-3-PUFAs im Nervengewebe aus, und 50–60 % des Gehirngewichts bestehen aus Lipiden, wobei ein erheblicher Anteil davon auf Omega-3 entfällt. DHA reichert sich in der späten Schwangerschaft und in den ersten 18 Lebensmonaten rasch im Gehirn an, weshalb es routinemäßig der Säuglingsnahrung zugesetzt wird. Bei Erwachsenen wird angenommen, dass Omega-3-Fettsäuren die kognitiven Funktionen zum einen durch eine Veränderung der Membranfluidität zur Steigerung der Neurotransmitterfreisetzung und zum anderen durch die Verringerung der neuronalen Apoptose (programmierter Zelltod) unterstützen, indem sie reaktive Sauerstoffspezies reduzieren und die Expression apoptotischer Proteine herunterregulieren.

Was die neun Studien ergaben

Gedächtnis: Das deutlichste Signal

In einer 24-wöchigen Studie reduzierten 900 mg DHA pro Tag im Vergleich zu Placebo die Gedächtnisfehler bei einer standardisierten Lernaufgabe signifikant, wobei sich die DHA-Konzentrationen im Serum vervierfachten und mit besseren Gedächtniswerten korrelierten – eine gut verträgliche Intervention, bei der keine größeren Nebenwirkungen berichtet wurden. Zahlreiche weitere Studien in der Übersicht ergaben ähnliche positive Auswirkungen auf das Gedächtnis, insbesondere bei älteren Erwachsenen (im Alter von 50–75 Jahren) und bei Menschen, die unter Einsamkeit litten – eine Bevölkerungsgruppe, die nachweislich anfälliger für einen Rückgang des episodischen Gedächtnisses ist.

Hirndurchblutung und exekutive Funktionen

In mehreren Studien wurden Oxyhämoglobin und die Durchblutung des Gehirns direkt gemessen. Eine Fischöl-Dosis von 2 g/Tag erhöhte die Oxyhämoglobin- und Hämoglobinaktivität während kognitiver Aufgaben im Vergleich zu Placebo signifikant, und eine 26-wöchige Studie mit 2,2 g/Tag ergab, dass Omega-3 die exekutiven Funktionen um 26 % verbesserte, während in der Placebo-Gruppe keine Veränderung festzustellen war.

Wo die Wirkung schwächer war oder ausblieb

Nicht jede Studie ergab einen Nutzen. Eine 18-wöchige Studie mit einer moderaten Dosis von 300 mg pro Tag zeigte insgesamt keinen Effekt auf die kognitiven Fähigkeiten, verbesserte jedoch die exekutiven Funktionen speziell bei Teilnehmern mit niedrigen DHA-Ausgangswerten. Eine 6-monatige Studie an kognitiv gesunden Erwachsenen ergab insgesamt keine Veränderung in vier kognitiven Bereichen, obwohl sich die Teilnehmer, die zu Beginn niedrige Werte im episodischen Gedächtnis aufwiesen, signifikant verbesserten. Das Muster über alle Studien hinweg deutet darauf hin, dass Omega-3 vor allem Menschen hilft, die von einem niedrigeren Ausgangswert ausgehen – sei es beim DHA-Status oder bei der kognitiven Leistungsfähigkeit –, anstatt ein bereits ausreichend funktionierendes Gehirn weiter zu stärken.

Dosis und Dauer sind entscheidend, nicht nur die „Einnahme von Omega-3“

Die Übersichtsarbeit stellt fest, dass Dosis und Behandlungsdauer wesentliche Variablen sind: Eine Studie ergab, dass eine 26-wöchige Einnahme von EPA und DHA keinerlei Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten hatte, während geringere Dosen über kürzere Zeiträume manchmal einen geringeren Transport von Omega-3 ins Gehirn zeigten. Auch die Therapietreue und der individuelle Stoffwechsel variierten – in einer zitierten Studie erreichten die Phospholipidspiegel im Plasma bereits nach fünf Wochen mit 2 g DHA pro Tag einen Sättigungszustand, was darauf hindeutet, dass es eine praktische Obergrenze dafür geben könnte, wie viel zusätzliches DHA bei einer bestimmten Dosis vom Gehirn verwertet wird.

Fazit

In neun kontrollierten Studien mit über 1.300 Teilnehmern zeigte die Omega-3-Supplementierung einen echten, wenn auch nicht universellen Nutzen für das Gedächtnis, das kognitive Wohlbefinden und die Durchblutung des Gehirns – die Schlussfolgerung der Übersichtsarbeit lautet, dass Omega-3-Therapien „vorteilhaft, gut verträglich und mit sehr geringem Risiko verbunden“ sind. Der Nutzen zeigte sich am konsistentesten bei älteren Erwachsenen, Menschen mit niedrigen DHA-Ausgangswerten oder geringer kognitiver Leistungsfähigkeit sowie bei einsamen Personen – also Bevölkerungsgruppen, die plausiblerweise über mehr Verbesserungspotenzial verfügen –, während einige Studien an gesunden Personengruppen mit höheren Ausgangswerten insgesamt einen geringeren oder gar keinen Effekt auf die kognitiven Fähigkeiten zeigten.

Literaturverzeichnis
[1] Dighriri, I.M.; Alsubaie, A.M.; Hakami, F.M.; Hamithi, D.M.; Alshekh, M.M.; Khobrani, F.A.; Dalak, F.E.; Hakami, A.A.; Alsaawi, L.S.; Alshammari, S.F.; Alqahtani, A.S.; Alawi, I.A.; Aljuaid, A.A.; Tawhari, M.Q. „Auswirkungen von mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren auf die Gehirnfunktionen: Eine systematische Übersicht.“ Cureus 2022, 14(10), e30091. https://doi.org/10.7759/cureus.30091 (Open Access)

Rezepturen mit Omega-3 (DHA/EPA)
Focusoor Complex
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Ultimative Gehirnleistung Contains Pycnogenol, Seaenergy - Omega 3 EPA/DHA, Magnesium

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