Ananas und Bromelain: Was die Forschung über Verdauung und Entzündungen zeigt
Die Ananas ist die drittwichtigste Frucht weltweit, doch ihr Ruf als gesundheitsfördernde Zutat beruht insbesondere auf Bromelain – einer Mischung aus proteinspaltenden Enzymen, die in der gesamten Frucht, im Stiel und im Strunk vorkommen. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 im „Journal of Postharvest Technology“ fasste die ernährungswissenschaftlichen und medizinischen Forschungsergebnisse sowohl zur ganzen Frucht als auch speziell zu Bromelain zusammen.
Warum Bromelain der Wirkstoff ist
Etwa 80 % der stickstoffhaltigen Verbindungen im Ananasfruchtfleisch besitzen eine proteolytische (proteinspaltende) Wirkung, die durch Bromelain ausgelöst wird. Es wird von der U.S. National Library of Medicine als Verdauungsenzym anerkannt: Zusammen mit den Mahlzeiten eingenommen, unterstützt Bromelain die Verdauung von Eiweiß, indem es dieses in resorbierbare Aminosäuren aufspaltet – dieselbe Grundfunktion, durch die die Ananas auch als natürlicher Fleischzartmacher dient.
Die entzündungshemmenden Belege
Arthrose
Bromelain wird durch klinische Studien bei Gelenkentzündungen maßgeblich gestützt: Es hat sich gezeigt, dass es Schmerzen und Steifheit bei Patienten mit Arthrose deutlich lindert, und in einer direkten Vergleichsstudie führte eine Kombination aus Bromelain, Trypsin und Rutin über einen Zeitraum von sechs Wochen bei 103 Patienten mit Kniearthrose eine ähnliche Linderung von Schmerzen und Entzündungen bewirkte wie das NSAID Diclofenac – ein echter direkter Vergleich mit einer Standardbehandlung, nicht nur mit einem Placebo.
Entzündungen im Dickdarm
Die entzündungshemmende Wirkung von Bromelain erstreckt sich speziell auf den Darm: Es wurde nachgewiesen, dass es den Schweregrad von Entzündungen im Dickdarm verringert, und Patienten mit Colitis ulcerosa zeigten in klinischen Studien nach einer Bromelain-Behandlung eine signifikante Verbesserung der Symptome – was für die Anwendung im Bereich der Verdauungsgesundheit von direkter Relevanz ist.
Allgemeiner entzündungshemmender Wirkmechanismus
Mechanistisch gesehen verfügt Bromelain über nachgewiesene schmerzstillende Eigenschaften, die mit seiner Wechselwirkung mit Schmerzvermittlern wie Bradykinin zusammenhängen, und es moduliert nachweislich die Aktivität von Immunzellen und reduziert die Signalübertragung entzündungsfördernder Zytokine – eine echte biochemische Grundlage für seinen Ruf als Entzündungshemmer, nicht nur eine volkstümliche Behauptung.
Was die ganze Frucht sonst noch zu bieten hat
Neben Bromelain ist die Ananas eine reichhaltige Quelle für Vitamin C (eine halbe Tasse Saft deckt etwa 50 % des Tagesbedarfs eines Erwachsenen) und Mangan, ein Spurenelement, das an der Knochen- und Bindegewebsbildung sowie an der Aktivität antioxidativer Enzyme beteiligt ist. Die antioxidativen Verbindungen der Ananas – darunter Catechin und Ferulasäure, die besonders in der Schale und im Strunk konzentriert sind – werden mit einem verringerten oxidativen Stress in Verbindung gebracht, der zu einer Reihe chronischer Erkrankungen beiträgt.
Fazit
Die gesundheitlichen Vorteile der Ananas sind im Grunde genommen die Vorteile von Bromelain: ein gut dokumentiertes Verdauungsenzym, dessen entzündungshemmende Wirkung durch klinische Studien belegt ist, das bei Arthrose im direkten Vergleich mit einem gängigen entzündungshemmenden Medikament getestet wurde und nachweislich direkt bei Entzündungen des Dickdarms hilft. Die ganze Frucht liefert darüber hinaus nennenswerte Mengen an Vitamin C und Mangan, was die Ananas zu einer der wissenschaftlich am besten belegten „funktionellen Früchte“ macht und nicht nur zu einer rein traditionellen Frucht.
Literaturverzeichnis
[1] Lalhruaitluangi, N.; Mandal, D. „Medicinal and nutritional characteristics of pineapple in human health: A review.“ J. Postharvest Technol. 2024, 12(2), 1–13.










