Vitamin K2 MK-7 und Herzgesundheit: Was die AVADEC-Studie und zwei weitere Studien ergeben haben

Vitamin K2 MK-7 und Herzgesundheit: Was die AVADEC-Studie und zwei weitere Studien ergeben haben

Vitamin K2 in der Form MK-7 stößt in der Herz-Kreislauf-Forschung aus einem bestimmten Grund auf wachsendes Interesse: Es aktiviert das Matrix-Gla-Protein, ein Protein, das dazu beiträgt, Kalzium aus den Arterienwänden fernzuhalten und stattdessen in die Knochen zu leiten, wo es hingehört. Drei klinische Studien – insbesondere die im „Journal of the American College of Cardiology“ veröffentlichte AVADEC-Studie (Aortic Valve Decalcification) – haben diesen Mechanismus direkt im Hinblick auf Koronararterienverkalkung und arterielle Steifigkeit untersucht, also echte Marker, die mit dem kardiovaskulären Risiko in Verbindung stehen.

Die AVADEC-Studie: Ein ehrlicher Blick auf die Ergebnisse einer Untergruppe

Im Rahmen der AVADEC-Studie wurde die tägliche Einnahme von Vitamin K2 MK-7 (720 µg/Tag) in Kombination mit Vitamin D (25 µg/Tag) über einen Zeitraum von zwei Jahren untersucht, wobei das Fortschreiten der Koronararterienverkalkung (CAC) verfolgt wurde – ein etablierter Marker, der in engem Zusammenhang mit dem Risiko für Herzerkrankungen steht. Es lohnt sich, die Ergebnisse der Studie klar und deutlich darzulegen: In der gesamten Studiengruppe zeigte sich kein signifikanter Einfluss auf den CAC-Wert.

Wo sich der Effekt zeigte

In einer Subgruppenanalyse der Teilnehmer mit hohem Verkalkungsrisiko (CAC-Wert ≥ 400, keine vorangegangene ischämische Herzerkrankung) verlangsamte die zweijährige Einnahme von K2 MK-7 und Vitamin D das Fortschreiten der CAC im Vergleich zum Placebo signifikant. Auch bei den Statin-Anwendern in der Studie zeigte sich durch die K2/D-Intervention eine signifikante Verlangsamung des CAC-Fortschritts. Unabhängig davon war die Zahl der schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignisse – Herzinfarkt, koronare Revaskularisation und Tod jeglicher Ursache – in der mit Nahrungsergänzungsmitteln versorgten Gruppe geringer als in der Placebo-Gruppe, obwohl dies eine sekundäre Beobachtung war und nicht den primären, statistisch aussagekräftigen Endpunkt der Studie darstellte.

Zwei unterstützende Studien zur arteriellen Steifigkeit

Eine separate Studie an chronisch hämodialysierten Patienten mit Diabetes – einer Population mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko – ergab, dass 375 µg/Tag K2 MK-7 über 24 Wochen das Fortschreiten der arteriellen Steifigkeit im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich verlangsamten. Eine weitere Studie an Vitamin-K-mangelnden Nierentransplantationsempfängern ergab, dass eine 12-wöchige Einnahme von 360 µg/Tag K2 MK-7 eine gesündere Entwicklung der arteriellen Elastizität unterstützte.

Warum diese Ergebnisse keine pauschale Aussage darstellen

Eine ehrliche Interpretation der AVADEC-Studie lautet, dass Vitamin K2 MK-7 in Kombination mit Vitamin D keine allgemeine, bevölkerungsweite Wirkung auf die Koronarkalkbildung zeigte – der Nutzen beschränkte sich auf eine definierte Hochrisikountergruppe und auf Statin-Anwender. Das ist ein echtes, klinisch bedeutsames Signal für diese bestimmten Bevölkerungsgruppen, aber es ist eine engere Aussage als „Vitamin K2 beugt arterieller Verkalkung“ im Allgemeinen, und Ergebnisse von Untergruppen in klinischen Studien – selbst wenn sie echt sind – erfordern in der Regel eine Bestätigung in einer speziellen Folgestudie, bevor sie als etabliert gelten.

Fazit

In drei separaten klinischen Studien zeigt Vitamin K2 MK-7 (häufig in Kombination mit Vitamin D) ein konsistentes, mechanistisch schlüssiges Signal hinsichtlich der Gefäßverkalkung und der arteriellen Steifigkeit – am stärksten bei Bevölkerungsgruppen, die bereits ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko aufweisen (hohe CAC-Ausgangswerte, Statin-Anwender, Dialysepatienten, Transplantationsempfänger mit Vitamin-K-Mangel). Der Hauptprüfarzt der AVADEC-Studie selbst bezeichnet dies als „vielversprechende Erkenntnisse“, die eine Wissenslücke schließen, und nicht als feststehende, allgemeingültige Empfehlung – eine angemessen zurückhaltende Beschreibung des aktuellen Stands dieser Forschung.

Literaturhinweise
[1] Diederichsen, A. et al. AVADEC-Studie (Aortic Valve Decalcification). J. Am. Coll. Cardiol., zusammengefasst von der Balchem Corporation: „Neue, von Fachkollegen begutachtete Forschungsergebnisse unterstreichen das vielversprechende Potenzial von Vitamin K2 MK-7 für die Herzgesundheit“, 1. Februar 2024.

WhatsApp